Agentur-News

Die Süddeutsche Zeitung hat eine Gruppe von Pressereferentinnen aus unterschiedlichen kommunalen und staatlichen Behörden zu einem Redaktionsbesuch empfangen. Im Hochhaus der SZ mit Ausblick auf die Stadtansicht bei Berg am Laim – stellten sich Leseranwalt Thomas Soyer (rechts) und Chefredakteurin Judith Wittwer (nicht im Bild) in einer konzentrierten Diskussion den Fragen der Teilnehmerinnen. „Nicht hochnäsig und ganz sicher nicht oberflächlich“, will die Süddeutsche sein. „Wir machen die Zeutung tatsächlich nicht für Klickraten im Netz“, betonte Judith Wittwer. „Denn wir sind ein Medium für unsere Leser*innen. Und wir legen großen Wert darauf, dass wir tatsächlich möglichst viele Sichtweisen zu einem Thema im Blatt darstellen. Da wird hausintern wirklich gekämpft um jedes Thema. Wir machen es uns nicht leicht, indem wir einfach nur eine Meinung nach außen tragen. Im Gegenteil.“

Vielleicht ist diese Diversität der Sichtweisen das, was viele Menschen heute überfordert. Die Erkenntnis, dass es im Grunde kein Thema mehr gibt, das einfach zu begreifen oder einfach zu beurteilen wäre, macht vielen Menschen Angst. Die große Frage lautet: „Soll ein Medium eher vereinfachen oder verkürzen, oder soll es möglichst viele Gedanken zu einer Sache zeigen?“ Die SZ hat sich für letzteres entschieden – wohlwissend, dass sie ihren Leser*innen einiges an geistiger Arbeit abverlangt. Und jedes Thema gerät dadurch ganz natürlich in das Spannungsfeld von Kritik. Vielleicht aber ist genau diese generell kritische Haltung mit verantwortlich dafür, dass sich so viele Bürger*innen eine einfacher Welt wünschen und entsprechend handeln oder wählen.

Möglicherweise wäre es sinnvoll, den Mechanismus, der sich aus dieser Vorgehensweise ergibt, genauer zu beleuchten. Der fast zweistündige Besuch war jedenfalls eine besondere Erfahrung, für die sich die Pressereferenten sehr herzlich bei der SZ bedanken. (Fotos: Goblirsch)

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