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Bayerischer Journalistenverband gründet "Fachgruppe Chancengleichheit"

Es ist längst überfällig. Doch die Mitgliederversammlung des BJV diskutierte lange.

„Schon wieder eine Frauengruppe? Immer noch Gleichstellung? Ist doch längst geschehen – längst out!“ Falsch. Offiziell sind die Geschlechter gleichgestellt – das heißt nicht, dass sie auch tatsächlich die gleichen Chancen haben. Um dies zu gewährleisten sollten sich Männer wie Frauen Gedanken machen. Ein Berufsverband sowieso! Gleiche Chancen zu haben, heißt weder aufgrund des Geschlechts, noch aufgrund von (fehlender) Familie oder vorhandener Kinder einen Job nicht antreten zu können. Das gilt für Frauen wie Männer. Die neue Fachgruppe „Chancengleichheit“ macht sich nun Gedanken – auch zum Wohle der männlichen Kollegen. Denn Arbeitgeber greifen doch viel lieber auf eine (um rund 20%) schlechter bezahlte Frau zurück, als auf den höherbezahlten Mann – wenn es denn geht.

Das ist nachvollziehbar, aber nicht notwendigerweise unausweichlich. Denn wenn es die „Billigarbeiterinnen“ nicht mehr gibt, profitieren auch die Männer. Sobald Mütter wie Väter gleichermaßen Familienleben genießen wollen und entsprechende Chancen haben, dies auch zu tun, wird sich in unserer Gesellschaft etwas ändern. Arbeitgeber verlieren möglicherweise ein finanzoptimierendes Druckmittel, doch sie gewinnen den Betriebsfrieden und dadurch auch eine Effizienzsteigerung jedes einzelnen Arbeitnehmers. Wenn Produktqualität und Lebensqualität tatsächlich einen Wert darstellt, dann ist Chancengleichheit der richtige Weg, um diesen Wert zu erreichen. Für die Personalentwicklung und die interne Kommunikation sollte das eine Überlegung wert sein.

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